10 Jahre Leea

Themenwoche

17 globale Ziele für eine nachhaltige Entwicklung

Wie könnte das Geburtstagsjahr des Leea besser starten als mit den 17 Nachhaltigkeitszielen der UN, die auch als 17 SDGs (Sustainable Development Goals) bezeichnet werden. Das Leea vereint im Haus und in der eigenen Expertise die Themen Nachhaltigkeit, erneuerbare Energien, Klima- und Umweltschutz. In den 17 Nachhaltigkeitszielen geht es genau darum. Sie beinhalten die vielen ineinandergreifenden Themenfelder, die es benötigt, um eine nachhaltige Entwicklung weltweit zu fördern und damit u.a. den Frieden auf der Erde zu sichern, der Armut und dem Hunger zu begegnen, bezahlbare und saubere Energie zu gewährleisten, den Verlust der Biodiversität zu reduzieren oder den Klimawandel, also die Erderwärmung zu begrenzen, um zerstörerische und teure Klimafolgen zu vermeiden.

Doch was hat es damit auf sich? Wer hat sich das ausgedacht und warum?

Ganz allgemein umschreibt nachhaltige Entwicklung eine Entwicklung, die den Bedürfnissen der heutigen Generation entspricht, und dabei die Möglichkeiten zukünftiger Generationen nicht einschränkt. Als Begründer des Prinzips der Nachhaltigkeit gilt Hans Carl von Carlowitz. Er war sächsischer Oberberghauptmann. Angesichts einer drohenden Rohstoffkrise legte er bereits 1713 nahe, dass nur so viel Holz geschlagen werden sollte, wie nachwachsen kann. Er forderte somit eine nachhaltige Forstwirtschaft, um langfristig eine ausreichende Versorgung mit Holz zu sichern. So ist die Notwendigkeit der Nachhaltigkeit im Grundsatz schon lange bekannt, doch die Dringlichkeit der umfangreichen Umsetzung zeigte sich vielen erst in der jüngeren Vergangenheit. Den Anstoß für ein wachsendes Bewusstsein der Menschen über den Wert einer nachhaltigen Entwicklung und den Beginn der wissenschaftlichen Auseinandersetzung gab die 1972 von der Umweltwissenschaftlerin Dr. Donella H. Meadows u.a. veröffentlichte Studie: Die Grenzen des Wachstums – Bericht des Club of Rome zur Lage der Menschheit. Eine zentrale Schlussfolgerung der Studie lautet: „Wenn die gegenwärtige Zunahme der Weltbevölkerung, der Industrialisierung, der Umweltverschmutzung, der Nahrungsmittelproduktion und der Ausbeutung von natürlichen Rohstoffen unverändert anhält, werden die absoluten Wachstumsgrenzen auf der Erde im Laufe der nächsten hundert Jahre erreicht“. In den darauffolgenden Jahren fanden viele verschiedene UN-Konferenzen zu den Themen Umwelt, Entwicklung, Klima und Nachhaltigkeit statt. So wurde 1992 auf dem „Erdgipfel“ in Rio de Janeiro die Agenda 21 verabschiedet. Die Agenda 21 ist ein entwicklungs- und umweltpolitisches Aktionsprogramm der Staatengemeinschaft für das 21. Jahrhundert. Für die Umsetzung der Agenda-Ziele wurde vor allem die örtliche Ebene als entscheidend betrachtet: nach dem Motto „Global denken – lokal handeln“. Im Jahr 2000 folgten die 8 Milleniums-Entwicklungsziel (MDGs). In den nächsten Jahren wurde die Entwicklungs- und Nachhaltigkeitsagenda zusammengeführt und die umfassende Agenda 2030 erarbeitet: Am 25. September 2015 verabschiedeten die 193 Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen auf dem Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung in New York die Agenda 2030. Bereits ihr vollständiger Titel „Transformation unserer Welt: die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung“ signalisiert den Anspruch der Regierungen, dass die Agenda 2030 grundlegende Veränderungen in Politik und Gesellschaft anstoßen soll. Kernstück der Agenda 2030 sind die 17 Ziele für eine nachhaltige Entwicklung. Man kann sie als Fahrplan und Sicherung der Zukunft sehen.

alle 17 Ziele auf einem Blick. von www.17ziele.de

Jede dieser bunten Kacheln steht für ein globales Nachhaltigkeitsziel. Wenn diese 17 Ziele erreicht sind, sollte menschenwürdiges Leben möglich sein und dabei gleichsam natürliche Lebensgrundlagen dauerhaft bewahrt werden. Eine nachhaltige Entwicklung strebt die Balance ökonomischer, ökologischer und sozialer Ziele an. Zum Gelingen dieser Transformation sind alle, also Regierungen, aber auch die Zivilgesellschaft, die Privatwirtschaft, die Wissenschaft und jede und jeder Einzelne dazu aufgerufen, ihr Tun und Handeln nach diesen 17 Zielen auszurichten.

Das Thema der Nachhaltigkeit bildet einen wichtigen Pfeiler in der Arbeit des Leea und das Thema wird bei allen Aktionen/Aktivitäten mitgedacht. Daher ist das Leea auch als Bildungszentrum für Nachhaltigkeit zertifiziert. Im Jahr 2015 erhielt das Leea zum ersten Mal diese NUN-Auszeichnung. NUN steht für Norddeutsch und Nachhaltig. Hierfür haben sich die vier Bundesländer Schleswig-Holstein, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt zusammengeschlossen und gemeinsame Qualitätsstandards entwickelt, nach denen NUN-Zertifizierungen angeboten werden. Die gemeinsame Vereinbarung der vier Bundesländer orientiert sich am Weltaktionsprogramm Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) und den Folgeprogrammen wie etwa dem Nationalen Aktionsplan BNE. Durch die Auszeichnung ist das Leea, laut NUN, eine zukunftsfähige Einrichtung, die Bildungsangebote mit Weitblick auf Welt, Wissen und Zeit anbietet. Jährlich finden Evaluationen der Qualitätsentwicklung statt.

Das Leea erhält somit die Anerkennung für das Engagement und die Weiterentwicklung der Angebote in den Bereichen der Erlebniswelt sowie des Energie-Labors als außerschulischen Lernort. Im Fokus dabei steht immer der Mensch in seinen sich verändernden Lebensumständen. Dabei möchte das Leea allen an Nachhaltigkeit und Klimaschutz interessierten Menschen Denkanstöße geben oder sie bei der Suche nach Informationen unterstützen.

So entsteht aktuell ein neuer Ausstellungsbereich, in dem sich die BesucherInnen interaktiv mit den 17 Zielen spielerisch und erlebbar auseinandersetzen dürfen (siehe Foto). Dabei dürfen Sie sich sogar hinsetzen. Denn die 17 Ziele gibt es nun als bunte Sitzwürfel. Es kann aber auch mit Ihnen gebaut und gespielt werden, während man sich mit den einzelnen Zielen auseinandersetzt.

Das überzeugende an den 17 Zielen ist, dass man in jedem Bereich Dinge findet, die einfach in die Tat umzusetzen sind. Das schreckt nicht ab, sondern motiviert weiterzumachen und schenkt jedem das gute Gefühl, bereits mit kleinen Schritten oder Veränderungen etwas bewegen zu können.

Wie zum Beispiel:

❤️ Glasflaschen anstatt Plastikflaschen zu kaufen
🧡 mehr mit Bus, Bahn und Rad zu reisen
💛 lieber Treppen steigen statt den Fahrstuhl zu nehmen
💚 deine Pflanzen mit Regenwasser zu gießen
💜 regionale Produkte zu kaufen

…und vieles mehr. Gute Tipps für Deinen persönlichen Beitrag zum Umsetzen der 17 Nachhaltigkeitsziele finden sich auch bei den Tu Du’s auf der Internetseite www.17ziele.de.