Stadtwerke-Chef macht sich trotz EEG-Novelle keine Sorgen

Neustrelitz, 22.07.2016

 

Die Stadtwerke Neustrelitz sehen keinen Grund, den Weg der erneuerbaren Energien zu verlassen. Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) hat die kürzliche Novellierung des Erneuerbare Energien Gesetzes (EEG) durch den Bundestag heftig kritisiert. Hingegen sieht  Stadtwerke-Geschäftsführer Frank Schmetzke die veränderte Gesetzeslage auch als Chance. „Sie ist bei allen Nachteilen Ansporn, treibt uns als Wirtschaftsunternehmen voran, indem sie uns zwingt, nach neuen Geschäftsmodellen jenseits von Ausschreibungsverfahren zu suchen.“
Nach Einschätzung Schmetzkes verfügt sein Unternehmen, das zu den Schrittmachern der erneuerbaren Energien im Land gehört, über einen großen Erfahrungsschatz in den Bereichen Photovoltaik und Biomasse. Aus diesen Erfahrungen lasse sich schöpfen. Für die Stadtwerke Neustrelitz rückten jetzt Fragen der Energieeffizienz im eigenen Netz in den Vordergrund. „Die Entwicklung von Speichertechnologien bei Strom und Wärme unterliegen keinen Ausschreibungen“, spielte der Geschäftsführer auf die EEG-Novelle an. Die bindet unter anderem den Bau von neuen Energieanlagen an Ausschreibungen. In denen könnten Stadtwerke nur erfolgreich gegenüber den großen Energieversorgern sein, wenn neben dem Preis regionale Wertschöpfung als Kriterium herangezogen würde.


Da ist Schmetzke aber eher skeptisch. Hinzu komme, dass durch die künftige Begrenzung der Energiemenge auch Planungen von Investitionen immer riskanter würden. „Und die waren bislang schon schwierig.“ „Wir müssen jetzt unsere Eigenerzeugungsanlagen so fit machen, dass sie auch nach Auslaufen der Vergütungen ökologisch und ökonomisch auf der Höhe der Zeit sind.“ Er denke beispielsweise an den Wärmemarkt, der sich bis 2030 von Gas- und Ölheizungen weitgehend getrennt haben werde. Da habe Neustrelitz schon heute mit seinem Biomasseheizkraftwerk und der Fernwärmesatzung einen glasklaren Standortvorteil. Die derzeit niedrigen Preise für Öl und Gas änderten schließlich nichts an den begrenzten Ressourcen.
Nicht zufällig trieben die Stadtwerke Neustrelitz auch Erdgas- und Elektromobilität im Land mit voran. Schmetzke sieht Dieselautos als Auslaufmodell und Gasautos als Zwischenlösung bis zur Marktreife von Elektrofahrzeugen. „Wir dürfen uns trotz schwieriger gewordener Rahmenbedingungen nicht davon abhalten lassen, immer nach unternehmerischen Alternativen zu suchen“, so Schmetzke. Dazu zähle er auch den angelaufenen Aufbau der Telekommunikationssparte in seinem Haus. Er mache sich trotz der Bundespolitik keine Sorgen um die  Stadtwerke.

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