Schüler bauen sich demnächst ihre Windkraftanlage

Nordkurier 29.10.13
Das Landeszentrum für Erneuerbare Energien in Neustrelitz hat einen seit langem erwarteten Bescheid erhalten Neustrelitz. Nicht mehr lange, dann können sich Schüler im Neustrelitzer Landeszentrum für Erneuerbare Energien (Leea) ihre eigene Windkraftanlage bauen. Und gleich noch an die Stromversorgung einer Stadt anschließen, die dann prompt beleuchtet wird. Lange wurde auf den Förderbescheid für das EnergieLab als außerschulischer Lernstandort gewartet, jetzt hat ihn Leea-Geschäftsleiter Falk Roloff-Ahrend vom Minister endlich schwarz auf weiß, garniert mit einer Würdigung der bisherigen Arbeit.


125 000 Euro können für das Labor ausgegeben werden, das im März kommenden Jahres die ersten Jungen und Mädchen zum Startprogramm „Stadtretter Wind“ empfangen soll. In die Investitionssumme ¬fließen über die Norddeutsche Stiftung für Umwelt und Entwicklung auch gut 48 000 Euro aus der Bingo-Lotterie sowie Eigenmittel der Leea GmbH ein. „Ich freue mich schon richtig drauf“, betont Roloff-Ahrend. Das Interesse bei den Schulen der Region sei groß, allerdings sei es noch zu früh, Termine zu vergeben, so der Geschäftsleiter. Er will auf Nummer Sicher gehen, was den Fertigstellungstermin angeht.
Erste Aufträge sollen
bald vergeben werden
„Das Antragsverfahren war nicht unkompliziert, gerade bei Mischfinanzierungen will gut Ding auch Weile haben“, erklärt Falk Roloff-
Ahrend. Für ihn gibt es keinen ¬Zweifel, dass die Ausstattung des Fachkabinetts mit einer Kapazität für eine Schulklasse jetzt zügig vonstattengeht. Noch in diesem Jahr will ein Drittel des Geldes ausgegeben sein. Bereits in der kommenden Woche werden die ersten Aufträge für Malerarbeiten, Mobiliar, Computer- und Bürotechnik vergeben. Parallel laufen Gespräche mit dem Bildungsministerium über die Personalausstattung für das EnergieLab, das gleichermaßen für die Klassenstufen 3/4 als auch 7/8 geeignet sein wird. Für die Mitarbeiter steht die Aufgabe, weitere Lernprogramme zu entwickeln. Eine Besonderheit des Labors soll dessen Mobilität sein, um Schulen zu erreichen, deren Schüler nicht nach Neustrelitz fahren können. So kann die zu elektrifizierende Stadt auch eingepackt werden.
Auf dem Vorplatz entsteht ein kleines Kraftwerk
Mit dem EnergieLab kommt das Leea seiner Komplettausstattung einen gehörigen Schritt näher. Die soll ebenfalls im kommenden Jahr vollzogen sein. Für die Dauerausstellung „Ressourcenkammer Erde“ hat die Deutsche Bundesstiftung Umwelt jetzt den vorfristigen Maßnahmebeginn genehmigt. Auch hier ist das Land zur Hälfte als Fördermittelgeber dabei. Roloff-Ahrend hebt in diesem Zusammenhang die sehr gute Arbeit des Leea-Vereins hervor, der bereits rund 850 000 Euro einwarb hat. Letztlich können sich Besucher im kommenden Jahr auch auf ein Kraftwerk auf dem Vorplatz des Landeszentrums freuen. Das Außenexponat gestattet, auf spielerische Art erneuerbare Energie zu produzieren.
Energieminister Volker Schlotmann (SPD) bescheinigt dem Leea im Förderbescheid eine Tätigkeit, die bei den Bürgern „Zuversicht stärkt, dass es in unserem Land vorwärts geht“. Das ehrt Roloff-Ahrend, dessen Anspruch mit einem vollen Haus aber etliche Nummern kleiner ist.
Kontakt zum Autor
a.gross@nordkurier.deSteigende Energie- und Heizkosten betreffen immer mehr Haushalte, Kommunen und Unternehmen und reißen teilweise große Löcher in die Haushaltskassen. Da rücken die Themen zur Energieeinsparung, zum gesunden Wohnklima und gleichzeitiger Schimmelpilzvermeidung in Wohnräumen sowie in der allgemeinen Bausubstanz in den Fokus. Welche Möglichkeiten sich bieten und was für ein Einsparungspotenzial durch effektives Heiz- und Lüftungsverhalten erreicht werden kann, stand am 23. Oktober im Leea beim 4. Energieberatungstag und der Auftaktveranstaltung zum Thema „Heizen und Lüften“ im Mittelpunkt. Über 100 Gäste lauschten den beiden Vorträgen von Holger Wilfarth von der Verbraucherzentrale M-V, sehr zur Freude der Veranstalter. „Wie freuen uns, dass die Neustrelitzer das Leea und das Angebot der örtlichen Wohnungsunternehmen mit großem Interesse angenommen haben. Wir werden weiterhin über derartige Themen informieren und Akzeptanz für die Erneuerbaren Energien schaffen“, so Geschäftsleiter Falk Roloff-Ahrend.
Gemeinsam mit der Neustrelitzer Wohnungsgesellschaft mbH, der Gemeinnützigen Wohnungsgenossenschaft Neustrelitz eG und der MWG Neustrelitz eG erhielten Mieter und weitere Interessierte viele Tipps und Informationen.

Zusätzliche Informationen