Wie Kinder mit Fön und Windrädern eine Stadt zum Leuchten bringen

Dienstag, 29.April 2014            Nordkurier/Christine Klose

Im EnergieLab erfahren die Schüler, was Energie ist und woher sie kommt. Und sie können selber experimentieren.


NEUSTRELITZ. Finnja, Alexandra und Charlotte haben Luftballons in ihren Händen und pusten sie auf. „Fertig“, rufen die drei fast gleichzeitig. Dann spielen sie aber nicht mit den bunten Ballons, sondern rubbeln damit kräftig über ihre Haare. „Das ist lustig“, sagt Alexandra und macht weiter. Finnja hält ihren Ballon schon in eine kleine Schale, die vor den drei Mädchen auf dem Tisch steht. Gefüllt ist die Box mit weißen Styroporkügelchen, die an den Luftballons hängen bleiben. Warum den Drittklässlern die Haare zu Berge stehen, wenn sie mit einem Luftballon darüber reiben und warum die Styroporkügelchen kleben bleiben, dass wird ihnen im EnergieLab erklärt. Denn im Landeszentrum für erneuerbare Energien (Leea) wurde jetzt das EnergieLab eröffnet, nachdem es im März schon auf Herz und Nieren von zwei Schulklassen getestet wurde. Das EnergieLab richtet sich an Kinder und Jugendliche und soll ihnen das Thema erneuerbare Energien auf spielerische Art und Weise näher bringen. Ein Workshop dauert insgesamt zweieinhalb Stunden und die Schüler lernen theoretisch, aber auch praktisch, wie Energie erzeugt wird und woher sie kommt.
Beim ersten Forschungsprojekt dreht sich alles um Windkraft, denn in Mecklenburg-Vorpommern stehen inzwischen Hunderte der riesigen Räder. Bei den Workshops stehen bestimmte Fragen im Vordergrund: Wie erzeugen die riesigen Räder eigentlich Strom? Und wie und wofür nutzen wir die erzeugte Energie? Denn die sechzehn Drittklässler können sich nicht vorstellen, wie der Strom zu ihnen nach Hause kommt und beispielsweise die Heizung warm werden lässt. Deswegen gucken sie auch gespannt auf eine weiße Leinwand. Dort ist ein kurzer Trickfilm zu sehen, in dem Bürgermeister Hinrichs den Kindern erklärt, warum Strom wichtig ist und wozu die Einwohner der Stadt Lichterfeld die Energie brauchen. Dann dürfen die Acht – und Neunjährigen wieder selber basteln. Denn jetzt heißt es: Baut ein Windrad zusammen.
„ Wir haben es geschafft“, sagt Lennox und zeigt stolz auf Lichterfeld. Dort blinken hell kleine Lämpchen, weil die Kinder die Windräder richtig zusammengebaut haben und mit einem Föhn, den sie in den Händen halten, Wind erzeugen. „So entsteht also Energie“, sagt Jonas und hält seine Fön dichter an das Windrad, damit es sich noch schneller dreht.

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