Leea nach schwerer Geburt wohlauf

NEUSTRELITZ (GR). Zwar hatte Agrarminister Till Backhaus (SPD) von einem „goldenen Tablett“ gesprochen, auf dem er die Fördermittel für das Landeszentrum... für erneuerbare Energien (Leea) servieren wollte, aber auch ohne waren die 1,4 Millionen Euro gestern in Neustrelitz hoch willkommen. Davon stammen 800 000 Euro aus dem Zukunftsfond des Landes, weitere 600 000 Euro aus dem Fonds des Landschaftsministeriums.



Noch einmal 200 000 Euro brachte Rüdiger Möller, Staatssekretär im Wirtschaftsministerium, aus seinem Ressort mit. Die übrige Summe der rund drei Millionen Euro Investitionskosten bringen die Stadtwerke Neustrelitz auf. Mit einer ganz besonderen Förderung wartete Kultusminister Henry Tesch (CDU) auf. Er teilte mit, dass der sogenannte „Müritz-Ötzi“, eine bei Erdarbeiten für die Biogasanlage Rechlin gefundene Mumie, für rund 50 000 Euro restauriert wird und dann seinen Platz im Landeszentrum finden wird. Auf dem Energieforum im Gebäude der Neustrelitzer Stadtwerke vor Vertretern aus Politik und Wirtschaft betonte deren Geschäftsführer Frank Schmetzke, „wir haben nur ein begrenztes Zeitfenster, um kommunale Selbstversorgung und kommunale Wirtschaftsförderung über erneuerbare Energien zu organisieren.“ Energie sei Macht und mache Kommunen stark. Dabei gelte es, den regionalen Energiegedanken in die Dörfer und Städte zu tragen, die Bürgern die Chance klar zu machen, Netzwerke zu etablieren. Nun gehe es endlich los mit dem Landeszentrum, das zu diesen Zielen einen großen Beitrag leisten könne.

Minister Backhaus erinnerte sich, dass seine seit Jahren geäußerten Gedanken zum Thema Biomasse bei den Stadtwerken auf fruchtbaren Boden gefallen seien. „Als wir erlebt haben, wie hier für unsere Gedanken gebrannt wird, war klar, dass wir nach Neustrelitz gehen“, bekräftigte der SPD-Politiker. „Allerdings ist die Finanzierung solcher Geschichten nicht einfach“, begründete er die fast dreijährige Spanne zwischen dem symbolischen ersten Spatenstich und dem gestrigen Tag.

Staatssekretär Möller hatte ebenfalls viel Lob für die Stadtwerke Neustrelitz übrig. „Denen glauben wir, denen trauen wir, die haben Kraft vor Ort.“ Mit einem „Paukenschlag, der weithin gehört werden soll im Land und darüber hinaus“ verglich Minister Tesch „Leea“. Er sehe das Landeszentrum auch als Lernort für Schule und Hochschule. Unter Bezug auf die Kreisgebietsreform sprach Tesch von einem Signal für ein Miteinander in der Seenplatte. Frank Schmetzke revanchierte sich mit dem „Leea“-Logo, das sich die Gäste aus Schwerin auf den Schreibtisch können. Vorsitzender des „Leea“-Fördervereins wurde Landrat Heiko Kärger (CDU), 1. Vize Bürgermeister Andreas Grund (PuLS), 2. Vize die Neustrelitzer SPD-Abgeordnete Jeannine Pflugradt.
Nordkurier  16.07.2010
VON ANDRÉ GROSS

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