Das neue Energiekonzept braucht starke Energieversorger

Parlamentarischer Abend in der Landesvertretung Mecklenburg-Vorpommern in Berlin. Rund 70 Teilnehmer, darunter Abgeordnete des Deutschen Bundestages und andere Gäste aus Kommunalpolitik, Wirtschaft und Verbänden, trafen sich am 7. Juni in der Landesvertretung Mecklenburg-Vorpommern in Berlin zum intensiven Gedankenaustausch über Zukunftsenergien. An diesem Parlamentarischen Abend stellte sich das Energieland Mecklenburg-Vorpommern erstmals am Beispiel der kommunalen Bemühungen auf diesem Gebiet vor. Im Mittelpunkt der Gespräche standen die Chancen der Region, positive Effekte im Zuge der Energiewende wahrzunehmen und mit zu gestalten.

In seiner Eröffnungsrede wies Staatssekretär Dr. Thomas Freund darauf hin, dass das Land Mecklenburg-Vorpommern weiter an einer stärkeren Nutzung von erneuerbaren Energien interessiert ist.



„Das neue Energiekonzept braucht starke kommunale Energieversorger!“ begann Dr. Gerhard Holtmeier von der Thüga AG den Kreis der Fachbeiträge. Die Thüga-Gruppe mit Sitz in München ist das größte Netzwerk kommunaler Energie- und Wasserversorger in Deutschland. Bollewicks Bürgermeister Berthold Meyer stellte sein Bioenergiedorf an der Müritz vor. Dieses Modellprojekt innerhalb der Bioenergieregion Mecklenburgische Seenplatte zeigt, wie erfolgreich ein Wandel im Energiekonzept vollzogen werden kann, wenn die Einwohner einbezogen werden und gemeinsam mit den regionalen Energieerzeugern am Erfolg teilhaben. Kritik übte er an Verwaltungen und Behörden, welche es ehrenamtlich geführten Gemeinden nicht immer leicht machen, solche Projekte umzusetzen.

Der Neustrelitzer Bürgermeister Andreas Grund stellte die Stadt Neustrelitz in seinem Vortrag als touristisch attraktive und energetisch innovative Stadt vor. Der Ausbau erneuerbarer Energien ist ein fester Bestandteil im politischen Leitbild der Stadt. Neustrelitz kann stolz sein auf das Erreichte. So deckt die Stadt 76% ihres Strombedarfes aus erneuerbaren Energien. Grund hob die Voreiterrolle der Stadtwerke Neustrelitz in diesem von privaten und öffentlichen Akteuren getragenen Prozess hervor. Wichtige praktische Zeichen für alternative Energiekonzepte setzen unter anderem der Bürgersolarverein Neustrelitz und die Neustrelitzer Wohnungsgesellschaft neuwo. Die Stadt treibt die energetische Sanierung kommunaler Einrichtungen voran. In seinen Ausführungen zum entstehenden Landeszentrum für erneuerbare Energien Mecklenburg-Vorpommern (Leea), dessen Richtfest am 24. Juni gefeiert werden kann, dankte Vorstandsmitglied Grund den im Leea-Verein engagierten Akteuren für ihre Unterstützung.

Michael Thomalla, Aufsichtsratsmitglied der WEMAG und Geschäftsführendes Präsidiumsmitglied des Städte- und Gemeindetages M-V, stellte den Weg der WEMAG AG Schwerin vom volkseigenen Energiekombinat zum erfolgreichen regionalen Energieversorger und ausgezeichneten Ökostromanbieter vor. In der anschließenden Diskussion wurde auf die Bedeutung der Fachkräfteausbildung für erneuerbare Energien in der Region und die Notwendigkeit der Kostenverteilung für neu zu errichtende Stromtrassen hingewiesen. Bei seinen abschließenden Worten brachte Staatssekretär Dr. Freund seine Zuversicht zum Ausdruck dass das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern beim Thema erneuerbare Energien unter Einbeziehung von Bevölkerung und Wirtschaft seine Vorreiterrolle im Ländervergleich weiter verteidigen und ausbauen werde.

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