US-Konsulin bei Stadtwerken unterwegs

Die Bioenergieregion "Mecklenburgische Seenplatte" ist nicht nur regional als Vorreiter bei der Nutzung erneuerbarer Energien bekannt, der Bau des Landeszentrums für erneuerbare Energien erregt sogar Interesse aus Übersee

Inmi Patterson besuchte gestern die Baustelle des Landeszentrums für erneuerbare Energien und das Biomasse-Heizkraftwerk der Stadtwerke Neustrelitz. Patterson ist Generalkonsulin der USA aus dem für Mecklenburg-Vorpommern zuständigen Konsulat in Hamburg. Im Gespräch mit Stadtwerke-Geschäftsführer Frank Schmetzke und Vertretern der Politik ging es vor allem um die Rolle der erneuerbaren Energien und die Aufgaben der Stadtwerke.

Der deutsche Ansatz, die Versorgung einer Stadt mit Strom, Wärme und Wasser in die Hände eines kommunalen Unternehmens vor Ort zu legen, fand großes Interesse bei Patterson. "Ein Modell, das vielleicht auch in den USA denkbar wäre", sagte die Konsulin dazu.

Zwar sei es nicht einfach im Konzert der großen überregionalen Energieversorger mitzuspielen. Doch gerade mit der Liberalisierung des Strommarktes haben sich für die Stadtwerke neue Chancen ergeben, "sich Wettbewerbsnischen zu suchen", erklärte Schmetzke, der damit den Bau des Biomasse-Heizkraftwerks ansprach. Das sei zu einer Zeit entstanden als die Zweifler an so einem Projekt noch zahlreich waren. "Heute ist das Bewusstsein dafür größer, gerade auch nach den Ereignissen von Fukushima", sagte Schmetzke. Inzwischen zeige nicht nur der ökologische, sondern auch der ökonomische Erfolg, dass die Planer des Kraftwerk richtig entschieden haben. Dennoch sei es nach wie vor wichtig, die Bürger zu beteiligen. Der Bau des Landeszentrums für erneuerbare Energien sei daher der nächste richtige Schritt, so der Stadtwerke-Chef.

Dass Mecklenburg-Vorpommern und Neustrelitz eine Vorreiterrolle bei den erneuerbaren Energien eingenommen haben, erfuhr Anerkennung bei Patterson. "Wir haben hier einen wirtschaftlichen Standort, der Schule machen kann", sagteauch Vincent Kokert Generalsekretär der Landes-CDU.

Nordkurier - Strelitzer Zeitung, Artikel vom 24.05.2011

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