Sehen und informieren-Leea wird zum Aufladeort

Gut 150 Strelitzer konnten am Sonnabend schon einmal einen Blick in das Landeszentrum für erneuerbare Energien werfen. Die nächste Gelegenheit dazu bietet sich am 23. Juni.

Neustrelitz: So geht es auch: Ein Tag der erneuerbaren Energien, an dem man den eigenen Akku aufladen kann – mit Informationen und Eindrücken beispielsweise. Wer am Sonnabend zur Baustelle des Landeszentrums für erneuerbare Energien (Leea) in Neustrelitz kam, konnte genau das erleben. Und die gut 150 Besucher durften auch dahin, wo sonst nur die Bauleute ackern – ins Gebäudeinnere.



Knisternder Styropor, über den immer wieder Füße scharrten, ein scheinbar endloses Band von roten Fußbodenheizungsschläuchen, Betonstaub in der Luft und auf den Geländern waren nur das eine. Gut vorstellbar wurde auch, was für ein Ort hier noch in diesem Jahr fertig werden soll. Betreut wurden die Gäste des Tags der erneuerbaren Energien in Neustrelitz unter anderem von Falk Roloff-Ahrend und Nicole Woitczak von den Stadtwerken. Beide führten über die Baustellen.

Erläutert wurde natürlich die künftige Nutzung des Landeszentrums für Ausstellungs-, Veranstaltungs- und Kommunikationszwecke. Auch Heranwachsende werden sich ausprobieren können, in einem speziellen Trakt entsteht ein Schülerlabor. Auffällig ist schon jetzt das besondere Windrad an der höchsten Stelle des Leea. Ein Schweizer Fabrikat, bei dem die Windräder anders als bei traditionellen Anlagen angeordnet sind und das später stündlich rund drei Kilowatt Energie produzieren soll. Zehn bis 15 Arbeitsplätze werden entstehen, das Zentrum wird etwa zur Hälfte aus Landesmitteln gefördert – auch das wollten die Besucher unter anderem wissen. Zum Tag der Architektur am 23. Juni kann das Leea übrigens erneut besichtigt werden, hieß es während der Führungen. Erneuerbare Energien spielten indessen am Sonnabend auch 20Kilometer weiter im Jugendwaldheim Steinmühle eine Rolle. Hierhin konnten 27 Teilnehmer einer E-Bike-Exkursion vom Leea aus radeln. Aber auch, wer die Steinmühle mit dem Pkw oder Privatrad ansteuerte, konnte sich über die dort seit vier Jahren praktizierte Holzheizung und die Solarthermie-Anlage informieren. 60 bis 70 Kubikmeter Holz werden hier jährlich aus heimischen Wäldern verfeuert. Zusammen mit der Photovoltaik-Anlage auf dem Dach können somit Heizungswärme und warmes Wasser in der Steinmühle autark erzeugt werden.

Nordkurier-Artikel, Strelitzer Zeitung vom 30.04.2012 / MARLIES STEFFEN

Zusätzliche Informationen